Der Ton macht die Stadt

Dein Wohl tut mir gut

Plakatmotive für ein freundliches Flensburg

Der Ton macht das Wir

Der Ton macht die Stadt

Der Ton macht das Team

Der Ton macht den Tag

Stimmen von Kassenmitarbeiter*innen:

  • In einem Alltagsbereich, in dem es hektisch zugeht (viele möchten nur schnell einkaufen), erlebe ich oft, wie ein Lächeln oder ein netter Spruch einem den Arbeitsalltag versüßen kann. Ich glaube daran, dass Menschen sich spiegeln und der Alltag mehr Spaß bringt, wenn wir freundlich zueinander sind.

     

  • Ich fühle mich hinter der Kasse als Mensch auf jeden Fall mehr gesehen und weniger durchsichtig, wenn Kundinnen nett zu mir sind und ein verständnisvoller Austausch entsteht. Das gebe ich wiederum gern an Kundinnen und Kolleg*innen weiter.

     

  • Häufig versuche ich, meine Erfahrungen aus südlicheren europäischen Ländern einzubringen. Quasi nach dem Motto: Sonnengetankte Leichtigkeit meets angeliter Wortkargheit. So können wir den Ton auf den Straßen Flensburgs gemeinsam freundlicher und schöner gestalten.


     

Der Ton macht die Stadt

“Sehr gern unterstütze ich diese Kampagne, denn der Ton im Miteinander ist elementar für einen respektvollen Umgang. Und aufmerksames Zuhören ist einer der Schlüssel dafür. Denn damit zeigt man, dass man ein echtes Interesse am Gegenüber hat” - Oberbürgermeister Geyer 

 

Der Ton macht das Spiel

“Sport lebt von Emotionen, Leidenschaft und manchmal auch von hitzigen Momenten. Umso wichtiger ist, wie wir miteinander umgehen. Als SG Flensburg-Handewitt stehen wir für Teamgeist, Respekt und Fairness – auf dem Spielfeld und darüber hinaus. Deshalb unterstützen wir die Kampagne und wollen gemeinsam mit den Menschen in Flensburg den Ton setzen, der unsere Stadt stark macht ” - Holger Glandorf, SG Flensburg-Handewitt 

 

 

Ein Appell an die Freundlichkeit

Ein Appell an die Freundlichkeit

Nachdem wir uns in unseren letzten Kampagnen mit den Themen Selbstmitgefühl und dem positiven Umgang mit uns selbst beschäftigt haben, soll unsere diesjährige Kampagne „Der Ton macht die Stadt“ an einen freundlichen Umgang miteinander anknüpfen und deutlich machen, wie wertvoll unser täglicher Umgang miteinander ist – und wie viel wir selbst durch kleine, positive Impulse zu einem guten Zusammensein beitragen können. Passend hierzu finden in diesem Jahr auch die Aktionswochen Seelische Gesundheit unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“ statt. Hier gehts zur Webseite der Aktionswochen!

Kampagne „Der Ton macht die Stadt“

Gemeinsam mit der Gesundheitsplanung der Stadt Flensburg haben wir eine Kampagne ins Leben gerufen, die ein Zeichen für einen achtsamen, respektvollen und freundlichen Umgang in Flensburg setzen soll.

Denn auch und vielleicht gerade weil sich die Welt um uns herum manchmal schwer, hektisch und überwältigend anfühlt, ist ein freundlicher Umgang miteinander so wichtig. Und gerade mit kleinen Impulsen können wir im Alltag ganz viel bewegen.

Wir laden ganz herzlich dazu ein, auf unserer Homepage zu stöbern, einen Blick auf die verschiedenen Kampagneninhalte zu werfen und natürlich auch auf unseren Veranstaltungen vorbeizuschauen!

Freundliche Grüße, 

Fenja Mink und Nike Nicolai
Präventionsprojekt der Brücke Flensburg
 

Was uns zur Themenwahl bewegt hat

Ständig befinden wir uns im direkten oder indirekten Austausch mit unserer Umwelt und den Menschen, die entweder durch persönliche oder berufliche Verbindungen – oder rein zufällig – unser Leben kreuzen. Wir kommunizieren mit Freundinnen, Familienmitgliedern und Partnerinnen, mit Kolleginnen von der Arbeit, mit Kassiererinnen und Verkäuferinnen, mit Mitschülerinnen, Teamkolleginnen im Sportverein oder Menschen, mit denen wir ein Hobby teilen.

Gerade die rein zufälligen Begegnungen, wie etwa beim Überqueren der Straße, an der Supermarktkasse oder im Bus mit uns eigentlich unbekannten Personen, kommen regelmäßig, sogar häufig, vor. Trotzdem sind es gerade diese Interaktionen, denen wir wenig Beachtung schenken. Sie sind flüchtig, anonym und dadurch vermeintlich viel weniger von Bedeutung als Kontakte zu Menschen aus unserem persönlichen Umfeld. Ein Irrtum, wie wir finden. Denn gerade diese flüchtigen Momente, diese eigentlich alltäglichen Situationen, können ganz viel Bedeutung tragen.

Gleichzeitig leben wir in einer Zeit, in der viele Menschen beruflich, finanziell und emotional unter Druck stehen. Eine herausfordernde globale Weltlage auf der einen Seite, die ganz eigenen Lebensumstände auf der anderen Seite. Unser Alltag fordert uns oft stark – und diese Anspannung spiegelt sich im täglichen Miteinander wider: im Tonfall, in kurzen Begegnungen, in unserer Sprache und in Gesten. Kleine Freundlichkeiten im Alltag bleiben schnell mal auf der Strecke und der Umgang miteinander wird spürbar rauer. Und so gerät auch die Qualität unserer Begegnungen unter Druck.

Was wir hierbei oft vergessen: Freundlichkeit ist weit mehr als eine veraltete Tugend!

Wie wir miteinander umgehen, hat Wirkung. Worte, Blicke und Reaktionen prägen nicht nur den Moment, sondern beeinflussen sowohl unser eigenes als auch das psychische Wohlbefinden unseres Gegenübers. Vielleicht ist es gerade der kleine Zauber, den wir alle schon mal gespürt haben: ein unerwartetes Lächeln einer uns fremden Person, ein zugewandter Austausch mit einem Verkäufer oder einer Busfahrerin, der über das Notwendige hinausgeht. Oder der Moment, wenn wir an der Kasse vorgelassen werden, weil jemand bemerkt, dass wir nur wenige Dinge einzukaufen haben. Und vielleicht gerade weil diese Freundlichkeit aus keiner Verpflichtung heraus rührt, kann sie uns so berühren.

Mit der Kampagne „Der Ton macht die Stadt“ möchten wir ein sichtbares Zeichen für einen achtsamen, respektvollen Umgang setzen – als alltagsnahen Beitrag zur psychischen Gesundheit aller Flensburger*innen. Wir möchten dazu motivieren, unser Bewusstsein für die Gelegenheiten zu öffnen, in denen Freundlichkeit und kleine Gesten ohne großen Aufwand möglich sind. Dabei geht es nicht darum, zusätzlichen Erwartungsdruck zu schüren und Menschen, die ohnehin schon gefordert sind, noch mehr abzuverlangen. Vielmehr möchten wir die Aufmerksamkeit dafür schärfen, die kleinen Möglichkeiten im Alltag wahrzunehmen, in denen Freundlichkeit und Wertschätzung ohne großen Aufwand und ohne zusätzliche Kraftanstrengung möglich sind.

In diesem Sinne: Die Welt ist oft schon laut und rau genug – umso mehr kommt es auf unseren eigenen Ton an. Wir laden dich und Sie herzlich ein, ihn bewusst freundlich und achtsam zu gestalten.

Fenja Mink und Nike Nicolai
Präventionsprojekt der Brücke Flensburg
 

Wissenschaftlicher und psychologischer Hintergrund

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Freundlichkeit nicht nur unser eigenes Wohlbefinden steigern kann, sondern auch dazu beiträgt, das Wohlbefinden der Menschen zu stärken, denen wir begegnen. 

Zwei Fachartikel aus den USA (herausgegeben in der Zeitschrift ”Emotion”, der American Pschological Association (APA)) haben sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und genau das herausgefunden.: Menschen, die zu mehr Freundlichkeit im Alltag angeregt werden, nehmen eine Steigerung im eigenen Wohlbefinden wahr. 
In einer Studie sollten die Teilnehmenden über einen gewissen Zeitraum wöchentlich sowohl freundliche Handlungen durchführen als auch gestärkt gezielte soziale Interaktionen eingehen. Im Durchschnitt berichteten alle Teilnehmenden von einer Verbesserung ihres Wohlbefindens durch einen Anstieg an positiven Emotionen und erhöhter Lebenszufriedenheit sowie von einer Abnahme negativer Emotionen. Hinzu kam, dass die Teilnehmenden das Gefühl von allgemeiner sozialer Verbundenheit steigern konnten. (Fritz et al., 2023). 
In einer weiteren Studie wurden Teilnehmer*innen dazu aufgefordert, über einen bestimmten Zeitraum hinweg ganz gezielt prosoziales Verhalten auszuüben. Prosoziales Verhalten bezeichnet ein Verhalten, das darauf abziehlt, anderen freundlich zu begegnen und/oder zu helfen. Die Teilnehmenden führten drei freundliche Handlungen durch. Anschließend wurde ihr Wohlbefinden mit dem einer Kontrollgruppe verglichen, die keine entsprechende Vorgabe erhalten hatte. Die Teilnehmer*innen der Studie wiesen messbare Verringerungen von Depressionen, Angst und Einsamkeit zwischen dem Zeitpunkt vor und nach der Intervention auf. Hieraus ist natürlich nicht abzuleiten, dass Freundlichkeit eine Alternative zu medikamentöser oder therapeutischer Unterstützung darstellt. Gerade in herausfordernden Lebenssituationen oder bei psychischen Belastungen ist es wichtig, diese ernst zu nehmen und nicht durch den Hinweis auf die Wirkung von Freundlichkeit zu bagatellisieren. Vielmehr zeigt die Studie, dass bereits kleine, freundliche und prosoziale Handlungen im Alltag eine bemerkenswerte Wirkung haben können. (Naclerio et al., 2026) 

Studien zu finden unter:

Fritz, M. M., Margolis, S., Radošić, N., Revord, J. C., Rosen Kellerman, G., Nieminen, L. R. G., Reece, A., & Lyubomirsky, S. (2023). Examining the social in the prosocial: Episode-level features of social interactions and kind acts predict social connection and well-being. Emotion, 23(8), 2270–2285. https://doi.org/10.1037/emo0001232

Naclerio, M., Lazar, L., Hornstein, E. A., & Eisenberger, N. I. (2026). Exploring the effects of prosocial and self-kindness interventions on mental health outcomes. Emotion, 26(1), 14–24. https://doi.org/10.1037/emo0001577

Kleine Übungen für den Alltag - Freundlichkeit ganz praktisch

Wir laden euch herzlich dazu ein, ganz bewusst auszuprobieren, wie sich dieser „kleine Zauber“ im alltäglichen Austausch finden und vielleicht sogar weitertragen lässt. 
Als kleine Hilfe haben wir ein Übungsblatt entwickelt, das euch hierbei helfen darf. 
Probiert es gerne mal aus!

Vielleicht stoßen diese Übungen ja etwas in euch an. Viel Spaß beim ausprobieren!

1. Übung zum Thema Wahrnehmung (pdf, 108 KB)

2. Übung zum Thema Reflexion (pdf, 114 KB)

3. Übung zum Thema praktische Umsetzung (pdf, 119 KB)